Studio-Diary

›  Rhythmus-Gitarre(n)  _  19.02.2012 (klaus)

Nach Langem gibt es wieder neues aus dem Studio zu vermelden: Gestern haben Enis und ich die ersten Gitarrenaufnahmen gemacht. Konkret ging es dabei um meine Rhyhtmus-Parts für die Nummern "Goodbye" und "You Want To Be Used".

Die passenden Sounds für die beiden Nummern waren schnell gefunden: "Goodbye" schön warm und fett mit einer mit neuen Alnico Humbuckern bestückten Epiphone Les Paul und "You Want To Be Used" hell und sparkly mit meiner Fender Telecaster.

Natürlich war es auch diesmal mit einer simplen 1 Verstärker + 1 Mikrophon Aufnahme nicht getan, sondern alle 8 uns zur Verfügung stehenden Aufnahmekanäle wurden voll ausgenutzt ;-) Da ich meinen Verstärker seit kurzem über 2 verschiedene Boxen (eine Open-Back, eine Closed-Back) spiele, ergeben sich dadurch viele Klangvariationen schon beim Abmikrophonieren. Grundsätzlich hab' ich dafür direkte und Raum-Mikrophone aufgebaut, um beim Mischen bei Bedarf einen möglichst ausgewogenen und voluminösen Sound zur Verfügung zu haben. Konkret sieht der Aufbau wie folgt aus:

  • 1 x SM57 + 1 x Beta57 vor der Open-Back-Box (das SM57 zentrisch und das Beta57 exzentrisch)
  • 1 x SM57 + 1 x DB112 vor der Closed-Back-Box (das SM57 wiederum zentrisch und das DB112 exzentrisch)
  • 1 x SM57 möglichst weit hinter der Open-Back-Box direkt auf die Box gerichtet
  • Ein Stereopaar STC-1 in XY-Konfiguration am gegenüberliegenden Ende des Raumes für den Raumklang
  • 1 x Direktes Gitarrensignal (für evtl. Reamping)

Damit lässt sich ein sehr facettenreicher und voluminöser Gitarrensound abmischen. Anfangs war der Nahbesprechungseffekt noch ein wenig zu ausgeprägt, aber 20-30cm weiter vom Verstärker entfernt, machte das keine Probleme mehr.

Für eine kontinuierliche Aufnahme, haben wir die DAW (mittlerweile Reaper und nicht mehr Cubase) einfach laufen lassen und einige Takes gleich hintereinander aufgenommen. Damit war mehr Flow in der Aufnahme, als bei ständigem Stop-Play-Record.

Die Nachbearbeitung und das Schneiden von 8 statt 1 oder 2 Gitarren-Tracks birgt natürlich zusätzliche Arbeit, aber der Klangvorteil ist es eindeutig wert. Die beiden Songs sind damit für mich fertig und abschließend haben wir dann noch am Sound für "You Look Like You've Been Caught Under A Spell" getüftelt. Das wird höchstwahrscheinlich der nächste Song, der zur Aufnahme ansteht.

›  Schlagzeug: Part 2  _  01.12.2011 (klaus)

In den ersten beiden Schlagzeugaufnahme-Sessions haben wir 4 Tracks fertiggestellt und eines hat sich dabei gezeigt: Enis ist ein super Studio-Drummer. Er spielt sehr präzise und oft reicht ein einziger "Take" mit 1 oder 2 kleinen Overdubs, um den Track unter Dach und Fach zu bringen. Daher hatten wir uns für die 3. Session das Ziel gesetzt, dass das auch die letzte Schlagzeugaufnahme-Session werden sollte.

Dementsprechend flott ging dann auch die Aufnahme der anderen 4 Tracks von statten. Am Setup haben wir dabei grundsätzlich nichts verändert. Nach wenigen Takes (mit ein paar kleinen Over-Dubs) waren dann auch die restlichen Tracks im Kasten.

Die ersten Rough-Mixes der Drum-Tracks gefielen sowohl Enis als auch mir klanglich und spielerisch sehr gut. Dementsprechend sind die Schalgzeugaufnahmen damit abgeschlossen. Als nächstes werden wir die Rhyhtmus-Gitarren-Tracks einspielen, was zum Großteil meine Aufgabe sein wird. Danach folgen je nachdem wie es die Zeit zulässt, der Bass (Markus) und die Lead-Gitarre (Chris). Zum Schluss kommen dann die Vocals und zusätzliche Elemente an die Reihe.

›  Schlagzeug  _  23.11.2011 (klaus)

Als Grundlage für die späteren Tracks dient selbstverständlich das Schlagzeug. Wichtig für uns war es den authentischen Sound unseres Schlagzeuges und seines Schlagwerks einzufangen. Zum ersten Mal konnte Enis mit seinem eigenen Schlagzeug eine Studio-Aufnahme einspielen. Während der Aufnahmen wurde hier und da so mancher Makel an den Basic-Tracks ersichtlich, aber das stand dem grundsätzlichen Aufnahme Prozess nicht im Wege. Einfach die entsprechende Spur auf stumm geschaltet und weiter ging's.
Auf große Sound- und Produktionsexperimente wurde verzichtet. Auch haben wir (bis auf ein ganz kleines Detail) die Möglichkeiten, die Harddisc-Recording bietet, um am Tonträger Dinge zu realisieren, die physisch so nicht machbar wären, nicht ausgenutzt. Alles so echt und nah am Live-Sound wie möglich.
Zur Technik: wir haben hier eine klassische Schlagzeug-Mikrofonierung verwendet:

  • Kick-Drum: D112
  • Snare-Top: Beta57
  • Toms: 3x SM57
  • Overheads: STC-1s Stereopaar in AB-Konfiguration

Das gewisse etwas kam durch das 8. Mikro: Die 1. Frage war: brauchen wir ein separates HiHatt-Mikro oder nehmen die Overheads genügend HiHatt auf. Gleich nach dem ersten Probetrack war klar, das wir auf ein separates HiHatt-Mikro verzichten können und den Kanal anderweitig nutzen können. Also haben wir ein Kick/Snare-Mikro aufgebaut: dieses liegt zwischen Snare-Bottom und Kick-Schlagfell. Damit nehmen wir sowohl den Teppich der Snare-Drum als auch den knackigen Sound des Kick-Schlagfells auf. In Ermangelung eines Großkondensator-Mikros mit 8-Konfiguration, das hier die übliche Wahl wäre, haben wir unser SM58 unter der Snare platziert und auf den Schlagpunkt der Kick-Drum gerichtet. Durch einstellen des Abstands wird dann der Pegel von Snare und Kick in diesem Signal auf etwa das gleiche Level gebracht.

›  Basic Tracks  _  01.11.2011 (klaus)

Die Aufnahme der Basic-Tracks wurde in einer langen Session bewältigt. Wir haben jetzt insgesamt 8 Tracks aufgenommen, die wir produzieren wollen. Eine Tracklist wird natürlich noch nicht veröffentlicht ;-). Eines ist uns dabei im Vergleich zu früheren Produktions-Sessions aufgefallen: mit Metronom zu spielen ist zwar präziser, aber nimmt oft Dynamik und Power aus einem Song. Deswegen haben wir viele der aktuellen Tracks ohne "Click" eingespielt.
Technisch gesehen, war die Aufnahme-Methode simpel: Kick-Drum und Snare-Drum wurden mikrofoniert. Zusätzlich haben wir noch 2 Overhead-Mikrofone für den Gesamtsound des Schlagzeugs mit aufgenommen. Die Gitarren-Verstärker wurden simpel mit jeweils einem SM57 mikrofoniert, für die Stimme wurde das bei uns übliche Beta58 verwendet. Der Bass wurde direkt über Line abgenommen. Damit konnten wir sehr ordentliche Basic-Tracks produzieren. Über die prinzipiellen Abläufe und Arrangements der Songs waren wir uns ja bereits vorher im Klaren.
Kleine Abstriche mussten wir aufgrund der räumlichen Situtation machen. Dadurch, dass uns nur ein Aufnahmeraum zur Verfügung steht, konnten wir ein "Bleeding" v.a. der Drums in Gesagns- und Gitarren-Mikros nur schlecht verhindern.
Als Nächstes stehen nun die Schlagzeugaufnahmen auf dem Programm.

›  Synaptic goes Studio (again but very different)  _  20.10.2011 (klaus)

Nach mittlerweile jahrelanger Planung ist es nun endlich soweit. Die Band die keine Fans, aber dafür umso mehr Freunde hat, will wieder Musik auf Tonträger pressen. Diesmal allerdings ein klein wenig anders: entstanden die beiden bisherigen Releases noch im Leisure Time Studio unter der Leitung von Martin Fugger, ist es diesmal ein reines Eigenbau-Projekt.

Die Planung unseren Proberaum in ein Projekt-Studio auszubauen gab es schon lange (gefühlte 1-2 Jahre etwa), doch solch ein Projekt will gut vorbereitet sein. Engineering und Produktion liegen diesmal in meinen (Klaus') Händen. Deswegen galt es erst einmal ein technisches Konzept zu erarbeiten. Wie kommen wir mit möglichst geringem Mitteleinsatz zu einem möglichst gut klingenden Ergebnis und bleiben dabei auch flexibel?

Vieles zur Beantwortung dieser Frage, konnte ich mir beim über-die-Schulter-von-Martin-Fugger-schauen aneignen. V.a. das Basiswissen im Bereich Harddisc-Recording. Denn von Anfang an war klar: aufgenommen wird mit dem eigenen Laptop, das spart Platz und ermöglicht es mir zu Hause zu mischen und Studio aufzunehmen.

Die Technik

Harddisc-Recording also? Aber wie anstellen? Einfach: man nehme einen Laptop, ein DAW-Programm, ein Audio-Interface, eine Menge Mikros und schon kann's losgehen. Stellt sich nur die Frage: welche DAW? welches Interface? welche Mikros wofür?

Hier die Antworten einfach mal aufgelistet:

  • DAW: Cubase Essentials 6
  • Interface: Focusrite Saffire Pro 40
  • Mikros: AKG D-112 (Bass-Drum), eine Handvoll Shure SM57 (Toms, Amps, etc.), ein Stereo-Paar Sontronics STC-1s (Overhead, Amps, Room), die vorhandenen Shure Beta58 und SM58 für Vocals und wo's sonst noch passt und ein Shure Beta57 (traumhaftes Snare- und Instrumenten-Mikro)

So ganz getan war's damit allerdings noch nicht: ein Behringer HA4700 als Kopfhörerverstärker (uns bekannt aus dem LTStudio) musste noch her. In Kombination mit dem Interface können wir jetzt allen 4 Musikern einen eigenen Kopfhörer-Mix verpassen.

Das Prozedere

Der Ablauf wird für diese Produktion recht klassisch gehalten: zuerst spielen wir gemeinsam die Basic-Tracks ein. Das sind Aufnahmen, die später jedem Einzelnen als Richtschnur für die separaten Instrumenten-Aufnahme dienen. Danach folgen die einzelnen Instrumente in der Reihenfolge Drums, Rhythm-Guitars, Bass, Lead-Guitar, Vocals. Zu guter Letzt wird das ganze dann fein abgemischt und mit den nötigen Produktions-Ingredienzien versehen.

Wann gibt's was zu hören?

Je nachdem wie viele Nummern es schlussendlich werden und wie zufrieden wir mit unseren Aufnahmen sind, wird das ganze auch dauern. Aber vor Frühjahr 2012 ist wohl nicht mit einem Release zu rechnen.

Stay tuned! Ich werde versuchen möglichst für jede Recording-Session einen Eintrag zu schreiben.